Frontglasersatz für BV Gehäuse, für Steinschlag gefährdete Einsatzgebiete

    Frontglasersatz für BV Gehäuse, für Steinschlag gefährdete Einsatzgebiete

    Hallo,

    da hier die Tage folgendes Thema aufkam Ersatzscheibe fürs Gehäuse, habe ich mir die Freiheit genommen und mal selbst nach einer "Eigenbau" Lösung gesucht, die einem sogar noch die Möglichkeit bietet, andere Probleme mit abzudecken.

    Auch wenn ich nicht wirklich die Zeit habe, das fotografisch festzuhalten, so hoffe ich, das meine Textvariante für jeden (die Hardcore Bastler hier sowieso) verständlich ist. :thumbsup:

    Die Lösung ist denkbar einfach und heißt: Schutzbrille nach DIN EN mit geradem Glas für Säge-, Schleif, Fräs-, sowie Lötarbeiten. Kosten ca. 5 - 20 EUR, je nach Schutzklasse, Hersteller und Besonderheiten, wie Entspiegelung, Filterfunktion etc. pepe.

    Wichtig ist, dass das Material des Glases wirklich Polykarbonat und nicht irgend ein anderer Billigmist ist! Erkennt man eigentlich an den EN Klassen selbst, denn die gibt es nach dem, was ich jetzt heraus gefunden habe NUR bei den Polykarbonat Brillen.

    Die EN Klasse umschreibt die dicke und Flexibilität des Polykarbonat. Flexibilität ist nämlich genau das, auf was ich hinaus wollte, als ich wegen dem Original Glas und der Schutzfolie ein Veto einlegte! Starres, wenn auch bruchsicheres Material zu nehmen, bringt nämlich nichts. Es muss kratzfest und nachgebend sein, denn nur so kann man Kerben, Macken oder ähnliches vermeiden, denn die Aufprallkraft muss ja absorbiert und nicht in das Material weitergegeben werden. Ferner ist wichtig, dass es kein stylisches, mit gebogenen Gläsern versehenes Brillenmodel, sondern mit flachem Glas ist, sonst gestaltet sich die Zweckentfremdung logischerweise denkbar schwer :thumbup: .

    Diese Scheiben sind bei höherwertigeren Brillen wechselbar und ergeben bei 2 Augen 2 Ersatzgläser. Die dicke liegt zwischen 1 - 2 mm und sollte gegen das Original Glas direkt getauscht werden.

    Die Bearbeitung ist denkbar einfach. Polykarbonat lässt sich je nach Materialstärke und Besonderheit, sägen, fräsen und bis zu einer bestimmten Dicke sogar schneiden, OHNE auszufransen oder zu reißen.

    Nun zu den EN Klassen:

    Es gibt da die gebräuchlichen Klassen EN 166, 144 und ich glaube noch einige andere! Der Knaller ist aber, dass es ja diese Schutzbrillen für die unterschiedlichsten Einsatzgebiete gibt, so habe ich nun welche eines namenhaften Herstellers mit einer 3 beginnend und mit einem M aufhörend :thumbsup: gefunden, die beispielsweise zusätzlich einen Abperleffekt für Wassertropfen haben. Ich entsinne mich, hier wurde nämlich auch schon mal drüber philosophiert, wie man das hinkriegen könnte.

    Ebenso gibt es sie mit UV Schutzbeschichtung, Antibeschlagschutz und noch vielen anderen Eigenschaften, die der BV nur zugute kommen können.

    Und wie gesagt bitte wirklich darauf achten, dass die Brillen die EN DIN Klassen erfüllen, wirklich aus Polykarbonat bestehen und nicht nur aus billigem, NICHT-kratzfestem Acryl. Die Standardschutzbrille aus dem Baumarkt um die Ecke ist nämlich meistens nur aus gewöhnlichem, gehärtetem Kunststoff.

    Folgendes habe ich bei einer dieser Brillen im Schraubstock eingespannt probiert:

    Von oben, aus 3 Meter Höhe einen Spitzen Kreuzschlitzschraubendreher mit einem Eigengewicht von ca. 80g fallen lassen. Der Schraubendreher ist einfach abgerutscht und abgeprallt, die Scheibe hat nachgegeben und gefedert. Ich kann weder eine Kerbe, eine Macke oder gar einen Riss entdecken!!! Und genau das ist der Grund, warum ich dazu raten würde, die Original Scheibe des BV Gehäuses NICHT eingebaut zu lassen, denn diese ist starr und gibt dem Polykarbonat nicht genügend "Luft" zum federn!

    Wer nun noch betreffend des Federns selbst skeptisch ist:

    Aufgrund der geringen Abmessungen, die das Polykarbonat schon bei der Brille hat, gibt diese etwa 1 - 2 Millimeter nach (hatte unter dem Brillenglas den Original Abstand des BV Schutzglases zur BV Optik abgemessen, freigelassen und eine mit Farbe versehene Platte drunter gelegt. Hätte das Polykarbonat also zu viel nachgegeben, hätte ich Farbe am Glas gehabt und hätte somit gewusst, dass es zu viel federt und unter realen Bedingungen bis zur BV Optik durchgefedert wäre.

    Da ich natürlich nicht weiß, wie dicht das ohne das Original BV Schutzgehäuse Glas hinzukriegen ist, möchte ich an dieser Stelle betonen, dass dies eine Lösung für "Land-" und nicht für Unterwasseraufnahmen gedacht sein soll!!! Nur, um das mal gleich vorweg zu nehmen, nicht das mich da nachher einer drauf festnageln will :thumbsup: . Da also bitte im Zweifel wieder Original Schutzglas verbauen!!!

    Und nun macht was draus :thumbup: .

    Wer das Projekt umsetzt, kann und darf gerne Fotos dazu an dieser Stelle veröffentlichen!

    Grüße

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „paddylein“ ()

    Hoppel schrieb:

    Nabend,

    . . . Wetten, das Levitator keine 48 h braucht, um das Projekt umzusetzen.

    Viel Spaß beim basteln.


    Hi Hoppel, ist mir was entgangen? Was soll da noch umgesetzt werden? "paddylein´s" geniales Klasse EN Brillenglas und mein Schnipsgummi, fertig ist die Umsetzung!
    Aber vorher muss noch das wertvolle Originalglas rausgeschraubt werden. Falls das Brillenglas nicht gleich passt, paddylein schreibt doch das sich das Material sägen lässt. Dann muss halt noch die Laubsäge kreisen.

    Schöne Tage an der Ostsee und ne steife Briese für dein Brett :thumbsup:

    Bekommen wir wieder ein geiles Video zu sehen, mit einem am Seil fliegenden Hoppel ? :P
    Hallo,

    so, hab das ganze jetzt rüber in den TUT Bereich verpflanzt, denn meines Erachtens gibt es da nicht mehr viel zu ergänzen oder zu erklären. Wer also will, baut es einfach mal und schaut, ob und wie gut es klappt.

    Übrigens das Gummi könnte rein für diese Lösung hier überflüssig sein, denn das Ersatzglas soll ja genau wie das Original, verschraubt und komplett ersetzt werden. Es sei denn, man will wie von Levitator gedacht, noch Aufsätze davor schnallen. Problem ist dann nur, dass der Schlagschutz direkt, wieder hinfällig ist :thumbup: .

    Grüße
    Hallo!

    Ich hab mich wegen der Dichtigkeit noch nicht getraut das Glas am Unterwassergehäuse abzuschrauben, weil ich auch ab und zu Unterwasseraufnahmen (im Pool mit Hund&Co.) machen will. Das mit dem Polycarbonat habe ich verstanden, aber habe noch ein paar Fragen.


    Die Brillen die ich im Baumarkt gefunden habe, sind leider immer gebogen und nicht plan/glatt und das sollten die doch sein!?

    Da ich meine Kamera ja auch auf einem RC Car verbauen möchte, ist Steinschlag nicht auszuschließen und Kratzer werden kommen.


    Gibt es keine fertigen Einsätze zu kaufen? Ansonsten gibt es ja nur komplette Ersatz-Gehäuse.


    Kann mir jemand Tipps geben (zur Not auch per PN), woher ich die Dinger beziehen und wie man diese dann passend rund geschnitten bekommt so freihändig? Vielleicht hat ja auch jemand die Möglichkeit ein paar Dinger in Serie (privat) zu erschaffen. Ich wäre ein Abnehmer dafür!

    Gruß aus Bonn
    fantec BEASTVisionHD Rev. 2 (v1.02)
    Hallo,

    zu erst mal, korrekt, die Gläser sollten/müssen plan sein, sonst wird das PC zu sehr unter Druck gesetzt beim festschrauben und kann reißen. PC bricht nämlich nicht, sondern reißt aus.

    Ich bin an der Sache auch dran und schaue immer mal wieder - ich habe sogar mal eine Anfrage bei 3M gestellt, bisher aber kein Feedback und im Moment überfordert Ihr uns mit den BV Kabeln :thumbsup: . Wenn ich hier an einer Lösung beitragen soll, muss ich um Geduld bitten.

    Das mit den Schneiden muss ich auch noch genauer in Erfahrung bringen. Das ist in der Tat das A und O. Wird nicht sauber geschnitten und gebohrt, entstehen Risse.

    Betreffend der Dichtigkeit kann ich nur eine Empfehlung herausgeben, die wirklich sicher ist. Das Stichwort ist Zweitgehäuse! Wer ernsthafte, größere Projekte vor hat. Sollte ein UW Gehäuse für UW Aufnahmen untouched belassen und ein weiteres für solche Experimente nutzen. Das sollte auch eine vertretbare Investition sein - wenn man die damit möglichen Aufnahmen dem gegenüber stellt :thumbup: . Alles andere wäre reine Spekulation.

    Ich würde mich jedenfalls nicht mehr auf die Dichtigkeit eines solch gemoddeten Gehäuses verlassen!!!

    Zum Rest, wie gesagt, gebt mir mehr Zeit, erst mal die akuten BV Mod Kabel Anfragen abzuarbeiten, dann kann es hier weiter gehen. :thumbup: Wenn natürlich bereits jemand Quellen aufgetan hat, bitte gern :thumbup: .

    Grüße
    Hallo!

    Danke paddylein!

    Wie bekannt, habe ich mein Gehäuse noch nicht zerlegt und werde mir ein 2. Unterwassergehäuse anschaffen und am 1. Gehäuse werden ich werkeln. Hobby, Beruf und Recherchen sind immer etwas schwierig und mir fehlt die Zeit, aber die Neugier und Schrauberleidenschaft treibt mich an.

    Kann mal bitte jemand die genauen Abmessungen der Frontscheibe posten?

    Ich möchte gerne mal was im Netz suchen, welche Platten in die engere Wahl kommen. Breite und exakter Durchmesser wären prima!

    LG AGENTATZE
    fantec BEASTVisionHD Rev. 2 (v1.02)
    Hallo,



    habe gerade gelesen, dass hier ein Bastelprojekt für ein Frontglasersatz gebastelt wird.

    Hier mein Tipp:

    Schaut mal nach Makrolon, daraus werden u.a. Sonnengläser gemacht ... die halten teilweise ein Steinschlag bis zu 200 km/h aus. So was gibt es z.B. für Motorradfahrer

    Makrolon gibt es in Platten, also komplett plan

    Ich darf/soll ja keine Verkaufslink angeben, aber so etwas gibt es als 10 x 10 cm Platte, 2 mm stark, schon unter einem Euro exkl. Versandgebühren

    Gruß

    Tom
    Hallo,

    ruegerth schrieb:

    Ich darf/soll ja keine Verkaufslink angeben

    korrekt, dürfte ja aber auch kein Problem sein, nach Makrolon im hiesigen Netz zu suchen, möchte ich meinen :thumbup: . Jedenfalls sehr vorbildlich, wie Du die Regeln hier studierst und Deinen Einstand im zweiten Post gleich mal mit Tipps versiehst, weiter so und besten Dank :thumbsup: .

    Grüße
    Hallo!
    Ja, die Beschaffung der Polycarbonat-Platten sollte wirklich kein Problem darstellen. Ich habe bereits die ersten Schnittversuche gemacht und es ist noch etwas mühselig bzw. habe ich noch nicht so die perfekte Methode gefunden.

    Mein Vorgehen aktuell:
    Tischbohrmaschine mit kreisrunden Bohrkronen in größerem Durchmesser als 39 cm, jedoch ohne Zentrierbohrer (is' klar).
    Habe auch schon so ein Zwei-Messer-Drehschneider probiert, aber bei beiden ist das Problem der Hitzeentwicklung und der Rand schmilzt.
    Da ich ja nicht ohne Grund einen größeren Durchmesser heraus geschnitten habe, kann ich nun den überstehenden Rest am Schleifstein in Form bringen.

    Die Scheiben sind nicht 100%ig rund und die Methode gefällt mir noch nicht so.

    Hat vielleicht noch jemand von euch eine gute Idee, diese Scheiben aus den Platten auszuschneiden?

    Gruß
    agentatze
    fantec BEASTVisionHD Rev. 2 (v1.02)
    Hallo,

    agentatze schrieb:

    Problem der Hitzeentwicklung und der Rand schmilzt
    das halte ich ehrlich gesagt nicht mal unbedingt für einen Negativ Punkt - zumindest betreffend des Polycarbonats selbst. So wird die doch sehr raue Schneidekante direkt wieder versiegelt und lässt eher schwer bis gar keine Risse entstehen. Zugegeben, muss das natürlich Grenzen haben, sonst verformt sich die Scheibe und ich denke auch für das Werkzeug ist das natürlich eher ein Nachteil, denn das Zeug klebt wahrscheinlich an allen Werkzeugteilen.

    agentatze schrieb:

    Hat vielleicht noch jemand von euch eine gute Idee, diese Scheiben aus den Platten auszuschneiden?

    Ich denke mal einen nahezu 100%igen Kreis wird man wohl nur mit einer vernünftigen Stift Fräse hinbekommen, die sehr langsam arbeitet, die den Kreis also Stück für Stück ausfräst und nicht in einem. Oder man bedient sich wirklich einer Polycarbonat Platte, die maximal 1 mmm stark ist oder sogar noch dünner (da muss ja kein mega dickes Glas rein) und schneidet es grob mit einer Schere vor und dann mit einer Kurvenschere nach. Wie gesagt - nur Ideen, ob sich das in der Praxis tatsächlich so einfach umsetzen lässt, keine Gewähr darauf :thumbup: .

    Ich weiß nicht, was Levitator da als Lösung anzubieten hätte, er ist ja hier eigentlich als promovierter Master Bastler der Herr der Materialien :thumbup: . Vielleicht hat er eine Idee, die für Otto Normal umsetzbar ist, der keine CNC gesteuerte Stift Fräse oder dergleichen hat. ;)

    Grüße
    Hallo,

    Sir_Henry schrieb:

    Wieso fräsen oder bohren ? PC lässt sich einwandfrei Wasserstrahl schneiden!

    ist das jetzt eine Feststellung ein Gedankengang oder dürfen wir da auch auf etwas mehr Infos hoffen? 8| Denn mit einer herkömmlichen Wasserleitung wird das wohl kaum realisierbar sein, einen Water Jet/Flow wirst Du wohl auch nicht meinen oder? Ich kenne zumindest keine Privatperson, die so etwas im Keller rumstehen hat - darum geht es hier aber, Lösungen zu finden, die JEDER nutzen kann.

    Grüße

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